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Momente des deutschen Films

Solo Sunny

Gegen die Wand

„Solo Sunny“ – Ein Film von Konrad Wolf & Wolfgang Kohlhaase. F.A.Z. Filmedition „Momente des deutschen Films“.„Solo Sunny“ – Ein Film von Konrad Wolf & Wolfgang Kohlhaase. F.A.Z. Filmedition „Momente des deutschen Films“.

Mit Konrad Wolfs und Wolfgang Kohlhaases „Solo Sunny“ ließ das DDR-Kino eine große Antiheldin durch die Zensur

Gegen Frau Ingrid Sommer ist eine Eingabe wegen „Belästigung der Mitbewohner durch Lebenswandel“ erfolgt. Man wirft ihr vor: laute Musik, Männerbekanntschaften, Tauben im Schrank. Die Nachbarn in dem Altbau mit abblätterndem Putz in Ost-Berlin sind arg kleinmütig, denn eigentlich ist Ingrid Sommer, genannt „Sunny“, doch ohnehin nur drei Tage in der Woche da. Von Montag bis Mittwoch hat sie frei, von Donnerstag bis Sonntag tingelt sie mit einer Truppe über Land durch die DDR und tritt im Rahmen des Revueprogramms „Kunterbunt und immer rund“ als Sängerin auf. Sie ist eine der beiden Frontfrauen der Tornados. Die Menschen im Publikum kann sie manchmal gar nicht richtig sehen, so verraucht sind die Säle, in denen Sunny auftritt.

„Manchmal bin ich gegen die Leute.“ Sunny über Sunny.
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„Manchmal bin ich gegen die Leute.” Sunny über Sunny.

Im Arbeiter- und Bauernstaat der späten siebziger Jahre ist sie eine Ausnahmeerscheinung: eine Frau, die aus dem Betrieb ausgeschieden ist und die sich nun als Künstlerin und Interpretin durchbringen will. Die Schwierigkeiten, die sie dabei hat, stehen im Mittelpunkt von Konrad Wolfs und Wolfgang Kohlhaases Spielfilm „Solo Sunny“. Es ist das für die Verhältnisse des damaligen DDR-Kinos gewagte Porträt einer gefährdeten Frau. Sunny (Renate Krößner) ist keine uneingeschränkt positive Identifikationsfigur. Im Gegenteil: Sie bezeichnet sich selbst als Außenseiterin. „Manchmal bin ich gegen die Leute.“ Dann kann sie nicht singen.

Sunny hat viele Verehrer, aber wenn sie nicht verliebt ist, dann nimmt sie keinen Mann mit aufs Zimmer. Manchmal löst sie dadurch eine Wirtshausschlägerei aus. Wer sie nicht näher kennt, würde Sunny als eine starke Frau bezeichnen, aber sie starrt manchmal auch lange einfach in den Spiegel und scheint sich zu fragen, was das alles soll. Dann ruft sie sich wieder zur Ordnung, trägt dick Schminke auf und geht hinaus in den nächsten Provinzsaal. Das Leben auf Tour ist trostlos, die meisten Kollegen besaufen sich abends sinnlos, einer versucht es bei Sunny auf die weinerliche Tour: „Ich bin kaputt, ich brauch jemand.“

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Der Mann, der die andere Seite von Sunny kennenlernt, taucht eines Tages mit seinem Saxophon auf. Ralph (Alexander Lang) ist Philosoph, ihn zeichnet eine vornehme Zurückhaltung aus. In seiner Wohnung gibt es keinen Fernseher, viele Bücher und nur ein sehr schmales Bett. An der Wand hängt eine Zeichnung von Paul Flora: Kugel, ein Schloss ruinierend. Zwischen Sunny und Ralph entsteht so etwas wie eine offene Beziehung, der vor allem auf seine Distanz zur Welt bedachte Denker übersieht dabei, wie ernst es seiner neuen Freundin bald ist.

Weitere spannende Informationen und Hintergrundgeschichten befinden sich im ausführlichen Booklet zur DVD. Extra: Interview zum Film mit einem F.A.Z.-Redakteur!

Diese DVD erhalten Sie auch im hochwertigen Schuber mit allen Filmen aus der ersten F.A.Z. Filmedition „Momente des deutschen Films“. Dieser wartet zudem mit einer Bonus-DVD auf: AUGE IN AUGE - EINE DEUTSCHE FILMGESCHICHTE, ein Dokumentarfilm als Liebeserklärung an das deutsche Kino. Jetzt informieren und bestellen!

Produktinformationen:

Regisseur( e): Konrad Wolf & Wolfgang Kohlhaase
Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase, Konrad Wolf
Darsteller: Renate Krößner, Alexander Lang, Heide Kipp, Dieter Montag, Klaus Brasch, Fred Düren, Ulrich Anschütz, Ursula Braun, Duo Gradini u.a.
Produktionsjahr: 1979
Spieldauer: 101 Min.
Sprache/Ton: deutsch / Mono
Bildformat: 1,78:1
FSK: 12 Jahre
Extras: Filmgespräch

Buchtitel: Solo Sunny - FAZ DVD
Buchautor: Konrad Wolf und Wolfgang Kohlhaase