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Momente des deutschen Films

Jonas

Ein Bumerang aus Filz

„Jonas“ – Ein Film von Ottomar Domnick. F.A.Z. Filmedition „Momente des deutschen Films“.„Jonas“ – Ein Film von Ottomar Domnick. F.A.Z. Filmedition „Momente des deutschen Films“.

Einsamkeit im Wirtschaftswunder: Ottomar Domnicks „Jonas“ kommt von den Lagern nicht los

Elf Jahre nach dem Krieg ist die Bundesrepublik Deutschland eine Fassade. Grau ragen die Zweckbauten in einen grauen Himmel, blind reiht sich Fenster an Fenster in den Hochhäusern. Es bedarf eines besonderen Blicks, um hinter die Fassaden zu sehen, um wahrzunehmen, dass „trotz Wohlstands, trotz wirtschaftlicher Blüte“ ein ganz bestimmtes Gefühl dieses Land beherrscht: Angst. Es ist die Condition humaine des europäischen Menschen der Nachkriegsjahre, und in Deutschland hat es vor allem ein Film unternommen, hinter den Fassaden, hinter den blinden Scheiben der Fenster einen Menschen und seine Angst auszumachen. Irgendeinen. Sein Name ist Jonas, so heißt auch der Film von Ottomar Domnick.

Er ist nicht mit sich allein: Jonas.
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Er ist nicht mit sich allein: Jonas.

Jonas lebt allein, er rasiert sich am Morgen nass, dazu läuft auf einem Plattenspieler eine Single. Jonas ist nicht mehr ganz jung, aber wirkt auch nicht sonderlich erwachsen. Er fällt in der Menge nicht auf, nur die Kamera bemerkt seinen gehetzten Blick. Jonas spricht kaum einmal mit jemandem, aber er ist nicht mit sich allein. Er wird von Stimmen heimgesucht, die ihm eine bedrohliche Botschaft übermitteln: „Es hat einer nach dir gefragt.“ Jonas geht ganz unverdächtig seiner Wege, am Morgen zur Arbeit in einer Druckerei, mittags zum Essen in einem beliebten Gasthaus. Aber er ist in jeder Sekunde verdächtig, wenn schon nicht für die anderen Menschen, dann zumindest für sich selbst.

Eine einfache Handlung wie der Kauf eines Huts („Der Hutkauf ist die Krönung des kleinen Mannes“, lassen sich die Stimmen aus dem Off vernehmen, von denen nie ganz klar wird, wie sie zu Jonas stehen, und häufig verfallen sie einfach in die Phrasen, von denen der Alltag widerhallt) wird für Jonas zu einer Konfrontation mit einem Trauma, das der Film nur allmählich enthüllt. Jonas kauft einen Hut, er hängt ihn in der Gaststätte an den Haken, nach dem Essen ist der Hut weg, also nimmt er einen anderen. Es erweist sich, dass dieser andere Hut durch ein Monogramm ausgezeichnet ist, das ihn auf den Kern seiner Angst zurückverweist: „M.S.“ Was hat es damit auf sich?

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Weitere spannende Informationen und Hintergrundgeschichten befinden sich im ausführlichen Booklet zur DVD. Extra: Interview zum Film mit einem F.A.Z.-Redakteur!

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Produktinformationen:

Regisseur( e): Ottomar Domnick
Drehbuch: Ottomar Domnick
Darsteller: Robert Graf, Elisabeth Bohaty, Dieter Eppler, Willy Reichmann u.a.
Produktionsjahr: 1956/57
Spieldauer: 81 Min.
Sprache/Ton: deutsch, schwarz/weiß / Dolby Digital 2.0
Bildformat: 1,33:1
FSK: 16 Jahre
Extras: Filmgespräch

Buchtitel: Jonas - FAZ DVD
Buchautor: Ottomar Domnicks