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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung präsentiert die erste Staffel der F.A.Z. Filmedition - eine Filmgeschichte voller Abenteuer, unvergesslicher Geschichten, Charaktere, Gesichter und Gesten. „Momente des deutschen Films“ zeigt Menschen, die lernten, ihr Leben mit jedem Atemzug zu genießen. Sie zeigt Menschen in Augenblicken der Verzweiflung. Und Menschen in Momenten ihres größten Erfolgs.

Momente des deutschen Films: Die F.A.Z. Filmedition

Die von der F.A.Z.-Redaktion ausgewählten Klassiker des deutschen Kinofilms erzählen nicht nur eine Geschichte. Sie zeichnen ein Bild ihrer Gesellschaft und spiegeln so die Historie unseres Landes. Egal, ob romantisch, spannend oder melodramatisch - die F.A.Z. Filmedition zeigt Deutschland in all seinen Facetten. Von der Blüte der Weimarer Republik bis zum Neuen Deutschen Filmwunder. Ein kostbarer Schatz mit Meisterwerken aus über hundert Jahren deutscher Filmgeschichte. Jede DVD ist mit einem aufwendigen Booklet ausgestattet und wird durch Interviews mit F.A.Z.-Redakteuren ergänzt. Ein Muss für jeden Filmliebhaber! Jetzt bestellen.

„Frau im Mond“ – Ein Film von Fritz Lang. F.A.Z. Filmedition „Momente des deutschen Films“.

„Es gibt für den menschlichen Geist kein Niemals, höchstens ein Noch nicht.“ Schon von den frühen Tagen an ist das Kino auf den Mond gefahren. Die erste richtig große und ernsthafte Mission aber fand 1929 von Deutschland aus statt: „Frau im Mond“ von Fritz Lang ging drei Jahre nach der Vision von der Zukunftsstadt „Metropolis“ mit naturwissenschaftlichem Ernst und dem Pathos der Ingenieure an die Sache heran, blieb im Kern aber trotzdem ein romantisches Unternehmen. Ein verrückter Professor (Klaus Pohl) hat eine „Mondgoldtheorie“, für die wahren Helden geht es auf dem Erdtrabanten aber um den Triumph, der allein die Alternative zwischen den „Kaufleuten“ und den „Phantasten und Idealisten“ aufheben kann: um die wahre Liebe, die Währung des Kinos.

„Menschen am Sonntag“ – Ein Film von Robert Siodmak & Edgar G. Ulmer. F.A.Z. Filmedition „Momente des deutschen Films“.

Sechs Tage heißt es „Arbeit, Alltag, Woche“, am siebenten Tag aber gehen die modernen Menschen nach draußen: Die Gemeinschaftsarbeit „Menschen am Sonntag“ zeigte wenige Jahre vor der nationalsozialistischen Machtergreifung ein anderes Bild der Weimarer Republik, eine freie Massengesellschaft ohne Bedürfnis nach Gleichrichtung. Zu dieser sehr sinnlichen Schilderung eines Badetags am Berliner Wannsee kam eine beeindruckende Riege an Talenten zusammen: Curt und Robert Siodmak, Billie Wilder, Edgar G. Ulmer, Eugen Schüfftan. Sie fanden ihre Protagonisten unter den vier Millionen Einwohnern von Berlin, und drehten mit ihnen eine Hymne auf das vergängliche Glück des sommerlichen Augenblicks.

„Unter den Brücken“ – Ein Film von Helmut Käutner. F.A.Z. Filmedition „Momente des deutschen Films“.

Hendrik (Carl Raddatz) und Willy (Gustav Knuth) befahren auf einem Schlepper die Flüsse und Kanäle zwischen Berlin und Rotterdam. An der Glienicker Brücke nehmen sie eines Nachts ein verschrecktes Mädchen an Bord (Anna Altmann), in das sie sich beide verlieben. Die Schiffer schließen einen Pakt: „Wer mit dem Mädchen klarkommt, muss vom Kahn.“ Aus dieser Begegnung entwickelt sich eine wunderbare Liebesgeschichte zwischen drei Menschen, denen das Glück nicht in die Wiege gelegt wurde. „Unter den Brücken“ wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs gedreht. Helmut Käutner gelang ein großer Film aus dem Geist des poetischen Realismus, der dem deutschen Kino nach Jahren der Kompromittierung und der Schuld den Weg ins Freie wies.

„Jonas“ – Ein Film von Ottomar Domnick. F.A.Z. Filmedition „Momente des deutschen Films“.

Deutschland 1956: Ein Mann (Robert Graf) irrt durch Stuttgart. Während die Menschen ihrer Wege gehen, wird er von Stimmen getrieben. „Jonas“ bleibt gegenüber der Welt des Wohlstands, der wirtschaftlichen Blüte kompromisslos. Dies ist keine therapeutische Geschichte und schon gar kein Auftakt zur Vergangenheitsbewältigung. Dies ist das Dokument einer Verdrängung - was Jonas durchleidet, übersehen die Menschen neben ihm. Er mag nur „irgendeiner“ sein, er ist doch vor allem ein Einzelner, der auch dadurch isoliert ist, dass er mit einer Schuld lebt, die in den Alltag der jungen Bundesrepublik nicht mehr passt und mit der es noch Jahre und Jahrzehnte dauern sollte, bis nicht nur neurotische Einzelne, sondern das Gemeinwesen selbst sich mit ihr konfrontieren würden.

„Abschied von gestern“ – Ein Film von Alexander Kluge. F.A.Z. Filmedition „Momente des deutschen Films“.

Ein Lebenslauf: Anita G. (Alexandra Kluge), geboren 1937 in Leipzig, ist „herübergekommen“. Sie hat eine Strickjacke entwendet, nun steht sie in Braunschweig vor Gericht. „Ich friere auch im Sommer“, gibt sie als Begründung an, der Richter (Hans Korte) hält das „nach der Lebenserfahrung“ für unwahrscheinlich. „Abschied von gestern“ ist ein Gegenwartsfilm - die Frisuren sind modern, die Lücken in den Städten der jungen Bundesrepublik werden allmählich geschlossen, die Menschen haben Kultur. Aber da ist diese Frau. Anita G. lebt in mehreren Zeiten gleichzeitig, das ist das Wesen des Traumas. Sie lebt das Motto, das Alexander Kluge dem Film vorangestellt hat: „Uns trennt von gestern kein Abgrund, sondern die veränderte Lage.“ Ein Schlüsselwerk des Neuen Deutschen Films.

„Supermarkt“ – Ein Film von Roland Klick. F.A.Z. Filmedition „Momente des deutschen Films“.

Willi (Charly Wierczejewski) hat einen Amtsvormund und einen Erziehungsbeistand. Auf seine Mutter kann er nicht zählen, er ist ein Fall für die Gesellschaft, und auf seinem Weg, den Roland Klick in „Supermarkt“ fesselnd erzählt, kann die Gesellschaft sich wie in einem überscharfen Spiegel erkennen. Willi meint, seine Chancen zu kennen, aber je öfter er davonläuft, desto stärker gerät er in die Enge. Die Medien, die Polizei, die Fürsorge - alle sind hinter ihm her, dabei will er doch nur mit seiner Freundin Monika (Eva Mattes) abhauen, irgendwohin, mit einem Haufen Geld, für den er einmal noch alles riskiert. In „Supermarkt“ sieht Hamburg beinahe aus wie New York, für einen kostbaren Moment hat Roland Klick das deutsche Kino an das neue Hollywood herangeführt.

„Solo Sunny“ – Ein Film von Konrad Wolf & Wolfgang Kohlhaase. F.A.Z. Filmedition „Momente des deutschen Films“.

Gegen Frau Ingrid Sommer (Renate Krößner), genannt „Sunny“, ist eine Eingabe wegen „Belästigung der Mitbewohner durch Lebenswandel“ erfolgt. Man wirft ihr vor: laute Musik, Männerbekanntschaften, Tauben im Schrank. In der DDR der späten siebziger Jahre ist sie eine Ausnahme: eine Frau, die aus dem Betrieb ausgeschieden ist und sich nun als Künstlerin und Interpretin durchbringen will. Von den Schwierigkeiten, die sie dabei hat, erzählt der Spielfilm „Solo Sunny“ von Konrad Wolf und Wolfgang Kohlhaase. Es ist das Porträt einer gefährdeten Frau zwischen den Extremen - was sie erreichen wird, ist entweder „was ganz Großes oder ein ganz tiefer Fall“. Für das ideologisierte Kino der DDR war diese Gratwanderung so gewagt, dass ein echter Klassiker daraus geworden ist.

„Die Katze“ – Ein Film von Dominik Graf. F.A.Z. Filmedition „Momente des deutschen Films“.

Düsseldorf, 16. Juni 1987. Ein ganz normaler Tag in der Geschichte der Bundesrepublik. Für ein paar Menschen aber ist heute „der Tag“. In der Innenstadt wird eine Bank überfallen, Geiseln werden genommen, Polizei rückt an, im Hinterhof stehen drei Millionen Mark herum - wer kann sie sich holen? Dominik Grafs Thriller „Die Katze“ wies dem deutschen Kino 1988 neue Wege, er brachte die Welt der Feierabendkrimis auf das Niveau des französischen und amerikanischen Spannungsfilms. Götz George, der als Kommissar Schimanski zum Idol geworden war, überraschte in der Rolle eines skrupellosen Fädenziehers, daneben glänzt ein Ensemble hochkarätiger Darsteller wie Gudrun Landgrebe, Heinz Hoenig und Joachim Kemmer.

„Bin ich schön?“ – Ein Film von Doris Dörrie. F.A.Z. Filmedition „Momente des deutschen Films“.

Vertue nicht deine Zeit! Unter diesem Motto steht die Vielzahl der Geschichten, die Doris Dörrie in „Bin ich schön?“ in Beziehung zueinander setzt, von deutschen Touristen in Spanien und einer Hochzeit in Süddeutschland, von Verlassenen, Hintergangenen, Entmutigten und von dem ewigen Versuch, es allen Recht zu machen und sich selbst dabei nicht untreu zu werden. Der Tod ist die Grenze des Lebens, nur wer das begreift, wird aufhören, „auf Probe“ zu leben. Die Erfolgsregisseurin Doris Dörrie („Männer“) stellt mit „Bin ich schön?“ die großen Fragen, aber sie philosophiert nicht herum, sondern erzählt, und zahlreiche Stars machen dabei mit: Senta Berger, Iris Berben, Gottfried John, Dietmar Schönherr, Franka Potente, Heike Makatsch, Joachim Król.

„Die innere Sicherheit“ – Ein Film von Christian Petzold. F.A.Z. Filmedition „Momente des deutschen Films“.

Vater, Mutter, Kind - eine Familie auf der Flucht, die Tochter ist die Geisel. Jeanne (Julia Hummer) lernt in Portugal einen Jungen kennen, aber die Eltern drängen schon wieder zur Eile: „Wir müssen hier weg.“ Als Ausweg bleibt nur die Fahrt zurück nach Hause, nach Deutschland. Christian Petzold erzählt in „Die innere Sicherheit“ von der letzten Generation des linken Terrorismus, von einer RAF, von der nicht einmal der Name geblieben ist. Das Mädchen Jeanne steht für die erste Generation der Freiheit, aber der Ausstieg kann nur dramatisch gelingen. „Die innere Sicherheit“ ist politisches Kino auf höchstem Niveau, jede Abstraktion ist in ein erzählerisches Detail verarbeitet, mythische Struktur und Aufklärung sind ineinander verschränkt.